Schwarzarbeiten oder in Konkurs gehen

Tagesanzeiger Mittwoch 18. März

Gastronomen, Coiffeusen, Kosmetikerinnen: Viele kleine Gewerbebetriebe bangen um ihre Existenz.

von Janine Hosp

 

Viele Coiffeure bangen derzeit um ihre Existenz. / Foto: Keystone

Am Dienstagmorgen setzten sich im ganzen Land die Coiffeure ans Telefon oder an den Computer und sagten alle ihre Termine ab; am Vorabend hatten sie erfahren, dass sie für Wochen nicht mehr arbeiten dürfen. Die Miete, die Versicherung und das Personal müssen sie aber weiterhin bezahlen.
Die Situation ist dramatisch: «Wir können unseren Kundinnen nicht per Videokonferenz die Haare schneiden. Wir sind eine Branche, die nur in direktem Kontakt arbeiten kann», sagt Damien Ojetti, Zentralpräsident des Verbands Schweizer Coiffeurgeschäfte. Rund 13’000 Betriebe sind betroffen. Auch so manche Kundin schreckte die Vorstellung, dass sie ihre Haare nun mehrere Wochen lang nicht mehr schneiden lassen kann, und bat die Coiffeuse, sie zu Hause zu bedienen, wie Ojetti erzählt. Was nur noch in Schwarzarbeit möglich wäre.

«Der Bund muss rasch eine Lösung für uns finden – jetzt, nicht in drei Wochen», fordert er. Viele Coiffeure bangten um ihre Existenz und bräuchten eine Alternative zur Schwarzarbeit. Schon heute stünde die Branche deswegen unter Beobachtung des Bundes. Wenn er sie nicht rasch unterstütze, breite sich die Schwarzarbeit weiter aus – oder es gingen reihenweise Betriebe in Konkurs. Er fordert vom Bund, Salonbesitzern rasch zinslose Finanzierungshilfen zur Verfügung zu stellen und jene, die betrieben werden, zu unterstützen.