Arbeitssicherheit in der Ausbildung Coiffeuse/Coiffeur EFZ und EBA

Neue Regelung beim Verrichten gefährlicher Arbeit durch jugendliche Mitarbeitende

Die Jugendarbeitsschutzverordnung verbietet generell gefährliche Arbeiten für Jugendliche. Als gefährlich gelten alle Arbeiten, die ihrer Natur nach oder aufgrund der Umstände, unter denen sie verrichtet werden, die Gesundheit, die Ausbildung und die Sicherheit der Jugendlichen sowie deren physische und psychische Entwicklung beeinträchtigen können. Nun wurde festgelegt, welche gefährlichen Arbeiten Lernende Coiffeuse EFZ/Coiffeur EFZ und EBA ab 15 Jahren entsprechend ihrem Ausbildungsstand ausführen dürfen, sofern gewisse begleitende Massnahmen vom Betrieb eingehalten werden. Die neue Verordnung ist am 1. August 2017 in Kraft getreten. Nachfolgend stellen wir die wichtigsten Neuerungen vor:

Arbeiten mit gesundheitsgefährdenden Chemikalien
Jugendliche dürfen mit Chemikalien für Colorationen und dauerhafte Umformungen umgehen, müssen aber diesbezüglich speziell geschult werden. Dies gilt auch für Kosmetikaprodukte, bei denen der Hersteller die Anwendung bei unter 16-jährigen verbietet. Wichtige Themen in diesem Zusammenhang sind der Hautschutz und das Wissen im Umgang mit leicht brennbaren Flüssigkeiten, Feststoffen und Gasen. Die Lernenden sollten eine persönliche Schutzausrüstung erhalten. 

Arbeiten, welche Jugendliche körperlich überbeanspruchen
Arbeiten in ergonomisch ungünstigen Positionen wie z. B. länger dauernde oder wiederkehrende Arbeiten in gebeugter Haltung oder über Schulterhöhe sind für Jugendliche erlaubt, vorausgesetzt, ihnen wurden körperschonende Arbeitstechniken vermittelt. Weiter sollten sie die Anwendung technischer Hilfsmittel kennen, die ergonomisches Arbeiten erleichtern und zu Bewegung und Sport im Alltag ermutigt werden.

Arbeiten, welche Jugendliche psychisch überbeanspruchen
Kundengespräche können je nach Thema (z.B. Krankheiten, Operationen Krebserkrankungen, etc.) emotional belastend sein. Jugendliche Lernende sollten im Umgang mit emotionalen Belastungen geschult werden. Sie sollten z.B. Bewältigungsstrategien kennen und anwenden lernen.

Arbeiten mit gesundheitsgefährdenden biologischen Agenzien
Haare können mit gesundheitsgefährdenden Mikroorganismen verunreinigt sein. Deshalb besteht beim Schneiden von Haaren unter Umständen Infektionsgefahr. Als Prävention wird den Jugendlichen eine Schutzimpfung gegen Hepatitis A und B empfohlen.

Diese begleitenden Massnahmen wurden von coiffureSUISSE gemeinsam mit Spezialisten der Arbeitssicherheit erarbeitet und vom Staatssekretariat für Bildung, Forschung und Innovation SBFI und dem Staatssekretariat für Wirtschaft SECO genehmigt. Sie sind am 1. August 2017 in Kraft getreten.

Downloads (PDF)
EBA Arbeitssicherheit begleitende Massnahmen
EFZ Arbeitssicherheit begleitende Massnahmen