Unser Engagement und der Druck auf die Behörden haben Wirkung gezeigt!

21.3.2020

Die Soforthilf des Bundes läuft an
Coiffure Suisse hat sich letzte Woche mit offenen Briefen ans SECO und das BSV gewandt, um der Coifferubranche zu helfen. Diese haben ihre Wirkung gezeigt. Alle Forderungen sind nun im Massnahmenpaket, das der Bundesrat am Freitag, den 21. März 2020 angekündigt hat, enthalten.

Die von der Coronakrise betroffenen KMU sollen Soforthilfe erhalten. Es werden 32 Milliarden zur Verfügung gestellt und auch die Inhaber von Coiffeurgeschäften werden davon profitieren können. Mit den neuen Massnahmen sollen Härtefälle soweit wie möglich vermieden und die betroffenen Personen und Branchen möglichst unbürokratisch und rasch unterstützt werden.

Die Sofortmassnahmen des Bundes:

Liquiditätshilfen für Unternehmen

Soforthilfe mittels verbürgter Überbrückungskredite
Betroffene Unternehmen sollen rasch und unkompliziert Kreditbeträge bis zu 10% des Umsatzes oder maximal 20 Mio. CHF erhalten. Dabei sollen Beträge bis zu 500’000 CHF von den Banken sofort ausbezahlt und vom Bund zu 100% garantiert werden. Darüber hinaus gehende Beträge sollen vom Bund zu 85% garantiert werden und eine kurze Bankprüfung voraussetzen. Die nötigen Eckpunkte werden in einer Notverordnung festgelegt, die diese Woche verabschiedet und veröffentlicht wird. Fragen von Betroffenen zur Einreichung dieser Gesuche können erst ab dann beantwortet werden.

Sobald die genauen Einzelheiten bekannt sind, werden wir Sie auf dieser Webseite informieren.

Zahlungsaufschub bei Sozialversicherungsbeiträgen
Den von der Krise betroffenen Unternehmen kann ein vorübergehender, zinsloser Zahlungsaufschub für die Beiträge an die Sozialversicherungen (AHV/IV/EO/ALV) gewährt werden. Die Unternehmen haben zudem die Möglichkeit, die Höhe der regelmässigen Akonto Beiträge an die AHV/IV/EO/ALV anpassen zu lassen, wenn die Summe ihrer Löhne wesentlich gesunken ist. Dasselbe gilt für Selbstständige, deren Umsätze eingebrochen sind. Zuständig für die Prüfung der Zahlungsaufschübe und der Reduktion der Akonto Beiträge sind die AHV-Ausgleichskassen.

Information der AHV Ausgleichskasse Coiffure&Esthétique:
Entschädigung für Verdienstausfall im Zusammenhang mit Massnahmen gegen das Coronavirus:
https://www.bsv.admin.ch/bsv/de/home/sozialversicherungen/eo-msv/grundlagen-und-gesetze/eo-corona.html
Bemerkung: Trotz aller Bemühungen wird das System der AHV Ausgleichskasse Coiffure&Esthétique nicht vor Anfang oder Mitte April voll funktionsfähig sein. Bis dahin können keine Anträge eingereicht und keine Leistungen ausgezahlt werden. Wir möchten den Betroffenen für ihr Verständnis und ihre Geduld danken. Die Informationen werden auf der folgenden Website regelmässig aktualisiert. http://www.ahvpkcoiffure.ch

Selbständige Coiffeure, die ihr Geschäft aufgrund der Coronakrise schliessen mussten, haben gemäss der getroffenen Hilfsmassnahmen des Bundes Anspruch auf finanzielle Entschädigung. Diese kann bei der AHV-Ausgleichskasse beantragt werden. Zur Zeit ist jedoch deren Webseite, wo das betreffende Formular online zur Verfügung steht, total überlastet und man erhält nur schwer Zugriff. Die AHV Ausgleichskasse Coiffure&Esthétique bittet deshalb um Verständnis, wenn man es mehrmals versuchen muss, bis es klappt. Es eilt auch nicht, denn Coiffeure haben zwei Wochen Zeit, das Formular auszufüllen. Hier geht es zum Merkblatt: http://www.ahv-iv.ch/p/6.03.d

Rechtsstillstand gemäss Bundesgesetz über Schuldbetreibung und Konkurs
Vom 19. März bis und mit 4. April 2020 dürfen Schuldnerinnen und Schuldner in der ganzen Schweiz nicht betrieben werden. Wegen der offiziellen Betreibungsferien über Ostern erstreckt sich dieser Rechtsstillstand bis Ende April.

Ausweitung und Vereinfachung der Kurzarbeit
Das Instrument der Kurzarbeitsentschädigungen (KAE) ermöglicht, vorübergehende Beschäftigungseinbrüche auszugleichen und die Arbeitsplätze zu erhalten. Durch die aktuelle wirtschaftliche Ausnahmesituation sind auch Personen, welche befristet, temporär oder in arbeitgeberähnlichen Anstellungen arbeiten sowie Personen, die in einem Lehrverhältnis stehen, stark betroffen. Deshalb sollen die Ansprüche auf Kurzarbeitsentschädigung ausgeweitet und die Beantragung vereinfacht werden:

  • Neu kann die Kurzarbeitsentschädigung auch für Angestellte in befristeten Arbeitsverhältnissen und für Personen im Dienste einer Organisation für Temporärarbeit ausgerichtet werden.
  • Neu soll der Arbeitsausfall auch für Personen, die in einem Lehrverhältnis stehen, anrechenbar werden.   
  • Ausserdem kann Kurzarbeitsentschädigung neu auch für arbeitgeberähnliche Angestellte ausgerichtet werden. Als arbeitgeberähnliche Angestellte gelten z.B. Gesellschafter einer GmbH, welche als Angestellte gegen Entlöhnung im Betrieb arbeiten. Personen, die im Betrieb des Ehegatten bzw. des eingetragenen Partners mitarbeiten, können nun auch von Kurzarbeitsentschädigungen profitieren. Sie sollen eine Pauschale von 3320 Franken als Kurzarbeitsentschädigung für eine Vollzeitstelle geltend machen können.
  • Die bereits gesenkte Karenzfrist (Wartefrist) für Kurzarbeitsentschädigungen wird aufgehoben. Damit entfällt die Beteiligung der Arbeitgeber an den Arbeitsausfällen.
  • Neu müssen Arbeitnehmer nicht mehr zuerst ihre Überstunden abbauen, bevor sie von Kurzarbeitsentschädigungen profitieren können.
  • Im Bereich der Abwicklung der Gesuche sowie der Zahlungen von Kurzarbeit wurden ferner noch dringliche Vereinfachungen mit der Verabschiedung neuer Bestimmungen vorgenommen. Damit wird bspw. eine Bevorschussung von fälligen Lohnzahlungen via KAE möglich.

Die Anträge für die Kurzarbeitsentschädigung müssen bei der kantonalen Arbeitslosenkasse beantragt werden.
 
Entschädigung bei Erwerbsausfällen für Selbständige
Selbständig Erwerbende, die wegen behördlichen Massnahmen zur Bekämpfung des Coronavirus Erwerbsausfälle erleiden, werden entschädigt, sofern nicht bereits eine Entschädigung oder Versicherungsleistung besteht. Eine Entschädigung ist für folgende Fälle vorgesehen:

  • Schulschliessungen
  • Ärztlich verordnete Quarantäne
  • Schliessung eines selbstständig geführten öffentlich zugänglichen Betriebes

Die Entschädigungen werden in Anlehnung an die Erwerbsersatzordnung geregelt und als Taggeld ausgerichtet. Dieses entspricht 80 Prozent des Einkommens und beträgt höchstens 196 Franken pro Tag. Die Anzahl Taggelder für Selbstständige in Quarantäne oder mit Betreuungsaufgaben ist auf 10, respektive 30 befristet. Die Prüfung des Anspruches und die Auszahlung der Leistung wird von den AHV-Ausgleichskassen vorgenommen.

Entschädigung bei Erwerbsausfällen für Angestellte
Anspruch auf eine Entschädigung haben Eltern, die ihre Erwerbsarbeit aufgrund von Schulschliessungen unterbrechen müssen, um ihre Kinder zu betreuen. Anspruch auf die Entschädigung gibt es ebenfalls bei einem Erwerbsunterbruch aufgrund von einer durch einen Arzt verordneten Quarantäne. Wie für die Selbstständigen werden die Erwerbsausfälle in Anlehnung an die Erwerbsersatzordnung (EO; Erwerbsersatz bei Dienstleistung oder Mutterschaft) geregelt und als Taggeld ausgerichtet. Dieses entspricht 80 Prozent des Einkommens und beträgt höchstens 196 Franken pro Tag. Die Entschädigung ist auf 10 Taggelder für Personen in Quarantänemassnahmen begrenzt.

Weitere Informationen
https://www.seco.admin.ch/seco/de/home/Arbeit/neues_coronavirus.html

Infoline des SECO für Unternehmen
Tel: +41 58 462 00 66

Montag bis Freitag von 07:00 Uhr bis 20:00 Uhr.

Offizielle Informationen für die Coiffeure immer auf coiffuresuisse.ch