Einsprache gegen unrechtmässige Karenzzeit von 3 Tagen bei der Kurzarbeitsentschädigung

Für den Bezug von Kurzarbeitsentschädigung gilt normalerweise eine Karenzzeit von 3 Tagen. Das heisst, dass der Arbeitgeber nach Eintritt der Kurzarbeit die ersten drei Tage den Lohn seiner Mitarbeiter selber bezahlen muss. In der Coronakrise hat jedoch der Bundesrat diese Frist für Branchen, die von der für den 17. März verordneten Schliessung betroffen sind, auf 0 Tage herabgesetzt. Mitglieder haben uns informiert, dass es Arbeitslosenkassen gibt, welche diese Regelung nicht respektieren und auf der Karenzzeit von 3 Tagen bestehen. Das ist unzulässig und betroffene Arbeitgeber können dagegen Einsprache erheben. Zu diesem Zweck hat der Rechtsdienst von Coiffure Suisse einen Musterbrief für die Einsprache verfasst, der an die Arbeitslosenkasse zu schicken ist, bei welcher der Antrag auf Kurzarbeit eingereicht wurde. Gleichzeitig empfehlen wir auch einen Brief an das kantonale Amt für Wirtschaft und Arbeit zu schicken. Auch dafür steht ein Musterbrief zur Verfügung.

 

 


Coiffure Suisse empfiehlt für Mitarbeitende im Salon Kurzarbeit anzumelden.

Neu kann die Kurzarbeitsentschädigung auch für Angestellte in befristeten Arbeitsverhältnissen und für Personen im Dienste einer Organisation für Temporärarbeit ausgerichtet werden.
Neu soll der Arbeitsausfall auch für Personen, die in einem Lehrverhältnis stehen, anrechenbar werden.  

Ausserdem kann Kurzarbeitsentschädigung neu auch für arbeitgeberähnliche Angestellte ausgerichtet werden. Als arbeitgeberähnliche Angestellte gelten z.B. Gesellschafter einer GmbH, welche als Angestellte gegen Entlöhnung im Betrieb arbeiten. Personen, die im Betrieb des Ehegatten bzw. des eingetragenen Partners mitarbeiten, können nun auch von Kurzarbeitsentschädigungen profitieren. Sie sollen eine Pauschale von 3320 Franken als Kurzarbeitsentschädigung für eine Vollzeitstelle geltend machen können.

Die bereits gesenkte Karenzfrist (Wartefrist) für Kurzarbeitsentschädigungen wird aufgehoben. Damit entfällt die Beteiligung der Arbeitgeber an den Arbeitsausfällen.
Neu müssen Arbeitnehmer nicht mehr zuerst ihre Überstunden abbauen, bevor sie von Kurzarbeitsentschädigungen profitieren können.

Im Bereich der Abwicklung der Gesuche sowie der Zahlungen von Kurzarbeit wurden ferner noch dringliche Vereinfachungen mit der Verabschiedung neuer Bestimmungen vorgenommen. Damit wird bspw. eine Bevorschussung von fälligen Lohnzahlungen via KAE möglich.

Die Anträge für die Kurzarbeitsentschädigung müssen bei der kantonalen Arbeitslosenkasse beantragt werden.